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Empathischer Umgang mit Demenzbetroffenen ist der Schlüssel zu ihrem Wohlbefinden

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Demenz verändert die Wahrnehmung des Betroffenen, seine Gedächtnisleistung und seine Fähigkeit zu kommunizieren. Empathie bedeutet hier nicht Mitleid, sondern echtes Mitgefühl, und das ständige Bemühen die innere Welt des Betroffenen zu verstehen. Dies ist besonders herausfordernd, wenn diese Welt nicht mehr der Realität entspricht. Seien Sie gewähr, dass ab sofort nicht nur Ihre Realität existiert, sondern auch noch eine andere, eine alternative Realität, die des Demenzbetroffenen. Führen Sie sich vor Augen: Betroffene Demenzerkrankte leben in ihrer eigenen Realität und Versuche sie in unsere Realität zu holen führen zu Ablehnung, Konfrontation, Nichtverstehen und manchmal auch zu aggressivem Verhalten.  Angehörigen und Pflegepersonen kommt im Umgang mit den Betroffenen eine Aufgabe zu, die sich nicht von heute auf morgen erlernen lässt, sondern viel Übung und Training erfordert und die ständige Reflexion.

Praktische Übungen und Verhaltensweisen

Beim Umgang mit Demenzbetroffenen heißt es üben, üben üben. Die ersten Erfolge stellen sich dann in der Regel rasch ein und das Zusammenleben erfährt eine neue Qualität. Beginnen Sie am besten noch heute.

1. Aktives Zuhören üben

•    Blickkontakt halten, nicken, geduldig warten, bis die Person ausgeredet hat.
•    Wiederholen oder paraphrasieren: „Du meinst also, dass …?“
•    Gefühle wahrnehmen: „Das klingt, als hättest du dich erschrocken.“

2. Widerspruch vermeiden

Demenzbetroffene haben ihre eigene Realität. Versuchen Sie nicht den Betroffenen von Ihrer Realität zu überzeugen sondern ermuntern Sie zum Erzählen.  

•    Anstelle von Korrekturen oder Widerspruch: Wahrnehmen und bestätigen.
•    Beispiel: Wenn die Person sagt: „Ich muss zu meiner Mutter“ (obwohl sie verstorben ist), antworten Sie z. B.:
„Erzähl mir von deiner Mutter. Was war sie für ein Mensch?“

3. Nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen

Ein ruhiger Ort ist besonders geeignet, um Ablenkungen zu vermeiden. Ziehen Sie sich in eine ruhige Ecke zurück.

•    Körperhaltung, Mimik und Tonfall sind oft aussagekräftiger als Worte.
•    Sanfte Stimme, freundlicher Gesichtsausdruck, beruhigende Berührungen (sofern erwünscht).

4. Biografisches Wissen einfließen lassen

•    Sprechen Sie über vertraute Orte, Hobbys oder Lebensereignisse.
•    Halten Sie persönliche Gegenstände bereit (Fotos, Musik, etc.).

5. Verständnis zeigen

•    Wenn jemand traurig oder wütend ist, reagieren Sie nicht mit Logik, sondern mit Verständnis:
„Ich sehe, dass Dich das sehr beschäftigt.“
„Du wirkst heute unruhig – magst du mir erzählen, was los ist?“

Regelmäßige Reflexion für Angehörige und Pflegende

•    Täglich kurz innehalten: Wie ging es mir heute im Umgang mit der Person?
•    Welche Situationen sind mir gelungen – und warum?
•    Wo habe ich vielleicht überreagiert – und wie könnte ich es beim nächsten Mal besser machen?

Tipp: Üben in Rollenspielen

In Pflegeeinrichtungen oder Angehörigengruppen können Rollenspiele helfen, verschiedene Situationen durchzuspielen und empathisches Verhalten zu trainieren.

Fazit

Empathie ist kein Talent, sondern eine Haltung – und sie lässt sich üben. Gerade bei Demenzerkrankten ist sie der Schlüssel zu einer würdevollen und vertrauensvollen Beziehung. Mit Geduld, Aufmerksamkeit und dem Mut zur Einfühlung wird der Umgang für beide Seiten leichter.

Empathisches Verhalten im Umgang mit Demenzerkrankten zu üben ist besonders wichtig, um Vertrauen aufzubauen, Ängste zu mindern und eine wertschätzende Beziehung zu fördern. Hier sind konkrete Ansätze und Übungen, um empathisches Verhalten im Alltag mit Demenzerkrankten zu stärken. 

Die Realität des Menschen mit Demenz ist nicht falsch – sie ist einfach nur anders

© Artur Frank


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